Immobilienaktien – Für Dividendenjäger und Anleger ohne großes Eigenkapital besonders interessant

Inflation, Niedrigzinsen und nicht zuletzt auch die Corona-Pandemie machen Sachwerte für Anleger besonders interessant. Doch nicht für jeden kommt deshalb eine Investition in Immobilien infrage. Wer dennoch am sogenannten Beton-Boom teilhaben möchte, kann dies mit Immobilienaktien – den sogenannten REITs – tun.

Real Estate Investment Trusts sind in den USA schon lange eine beliebte Anlageform. Doch auch bei uns bieten REITs vor allem für Dividendenjäger und Anleger ohne großes Eigenkapital eine attraktive Anlagemöglichkeit, ohne dabei gleich eine Immobilie zu erwerben.

REITS – eine in den USA schon lange etablierte Anlageform

In den USA gibt es die Anlageklasse der Real Estate Investment Trusts bereits seit den sechziger Jahren und hat mittlerweile ein Marktvolumen von etwa einer halben Billion US-Dollar erreicht. REITs sind also in den USA äußerst beliebt und einer Studie zufolge haben inzwischen mehr als 80 Millionen US-Bürger in Immobilienaktien investiert.

Auch in Frankreich und Australien gehören Immobilienaktien längst zu den etablierten und beliebten Anlageformen. In Deutschland gibt es REITs indes erst seit dem Jahr 2007 und auch, wenn sich mehr und mehr Anleger für diese Anlageklasse interessieren, sind Immobilienaktien immer noch relativ unbekannt.

Die wichtigsten Merkmale eines REITs

Als REITs werden börsengehandelte Aktien von Unternehmen, die Immobilien finanzieren, besitzen oder betreiben, bezeichnet. Ihre Haupteinnahmen erzielen diese Immobiliengesellschaften durch die Vermietung ihrer Objekte. Dabei kann es sich um Wohnungen, Häuser, aber auch um Büro- oder Gewerbeflächen handeln. REITs ermöglichen den Anlegern Anteile am Immobilienbestand der börsennotierten Unternehmen zu erwerben.

Im Gegensatz zum Erwerb einer Immobilie ist zum Erwerb von REITs also nicht unbedingt ein hohes Eigenkapital notwendig. Ein besonderes Merkmal dieser Anlageform sind jedoch die hohen Gewinnausschüttungen. Zum Teil können die Aktionäre mit einer Dividendenausschüttung von mehr als  90 Prozent der Gewinne rechnen. Für Dividendenjäger sind REITs daher besonders interessant.

Die Vor- und Nachteile

Der größte Vorteil dieser Anlageform sind tatsächlich die hohen und regelmäßigen Dividenden. In den meisten Ländern profitieren die Unternehmen von einer Steuerbefreiung, sofern sie mindestens 90 Prozent ihrer Gewinne als Dividenden an ihre Aktionäre auszahlen. Daher können Anleger nicht nur mit einer hohen Dividende, sondern auch mit einer regelmäßigen Dividendenauszahlung rechnen. 

Zudem können REITs ohne zusätzliche Abgaben und Haltefristen gehandelt werden. Konjunkturveränderungen und insbesondere Zinsveränderungen wirken sich indes schnell auf den Kurs aus. REITs sind also recht schwankungsanfällig.

Ob und wie sich die Corona-Krise langfristig auf die Kursentwicklung von REITs auswirkt, kann derzeit noch niemand definitiv sagen und hängt in hohem Maße von der langfristigen Zinsentwicklung ab.